Unsere Schwerpunkte

Der Schwerpunkt der IdeenFarm seit Februar 2020 ist die Unterstützung des Landes Sachsen-Anhalt bei der Erreichung der Landesziele durch die Förderung der internationalen Zusammenarbeit in fünf konkreten Schwerpunkten. Mit Fokus auf den Bereichen Klimaschutz, Umweltschutz, Wasserwirtschaft & Energie sollen Kompetenzen weiterentwickelt und internationale Kontakte aufgebaut und intensiviert werden. Das Vorhaben wird gefördert durch das Ministerium für Umwelt, Landwirtschaft und Energie des Landes Sachsen-Anhalt.

Aktivitäten 2020/21

Übersicht - Details durch anklicken aufklappen:
Wojewodschaft Ermland Masuren (Polen)
Hintergrund: Zwischen der Wojewodschaft Ermland-Masuren und Sachsen-Anhalt bestehen bereits seit Mitte der 1990er Jahre fachliche Kontakte in verschiedenen Gebieten. Dazu gehören z.B. Erneuerbare Energien, Wasser- und Abwasserwirtschaft, Klima- und Naturschutz sowie ökologische Landwirtschaft. Zwischen der Energieagentur Ermland-Masuren GmbH und der Landesenergieagentur Sachsen-Anhalt GmbH (LENA) wurde 2019 ein Kooperationsvertrag unterzeichnet, in dem v.a. festgehalten wurde, sich fachlich über gemeinsame Partnerprojekte und Förderinstrumente auszutauschen.

Ziel: Unterstützung der zwei Partnerkommunen Wydminy und Arendsee bei ihren Treffen zum Ausbau erneuerbarer Energien und der Integration des Themas Energie- und Ressourceneffizienz in die Zusammenarbeit der Partner-Naturparke Welski und Drömling. Ebenso ist vorgesehen, eine Kooperation zwischen dem Naturpark Dübener Heide und einem Naturpark in Ermland-Masuren aufzubauen. Die Zusammenarbeit zwischen Ermland-Masuren und Sachsen-Anhalt soll intensiviert und erweitert werden. Das Projekt IdeenFarm bemüht sich daher um weitere Fortschritte in den o.g. Punkten, aber auch um neue Initiativen, wie z.B. die Erarbeitung eines Erneuerbare-Energien-Konzeptes für die Wojewodschaft Ermland Masuren, oder ausgewählter Kommunen.

Stand: Aufgrund der aktuellen Situation sind die Aktivitäten schwerpunktmäßig für 2021 vorgesehen.
Region und Stadt Grodno (Weißrussland)
Hintergrund: Anlässlich des Besuches einer Delegation aus Grodno im Rahmen der internationalen Kooperationsbörse in Barleben 2019 fand im August 2019 ein Gegenbesuch einer Delegation aus Sachsen-Anhalt in Grodno statt. Delegationsleiter war der Staatssekretär Klaus Rehda. Weitere Delegationsmitglieder kamen aus den Bereichen der ökologischen Landwirtschaft, Stadtverwaltung, Soziales und Wissenschaft. Ergebnis der konstruktiven Gespräche war die Unterzeichnung eines Kooperationsvertrages zwischen der Stadt Grodno und der Stadt Magdeburg sowie die Einreichung von mehr als 10 gemeinsamen Projektskizzen im Förderprogramm Belarus, von denen 3 für die nächste Antragsphase zugelassen wurden. Davon fällt eine direkt in den Schwerpunktbereich des Projektes IdeenFarm. 

Ziel: Die Erarbeitung des Antrags im Rahmen der 2. Antragsphase wird organisatorisch unterstützt. Darüber hinaus sind zwischen der Region Grodno und Sachsen-Anhalt Kooperationen und Wissensaustausch in verschiedenen Bereichen vorgesehen, z.B. im Naturschutz (insbes. Verdrängung invasiver Arten) und Abfallmanagement. Diese Bereiche wurden für eine 2. Antragsphase nicht zugelassen. Konkret soll daher über das Projekt IdeenFarm versucht werden für diese angedachten Kooperationen Projekte zu initiieren, möglichst finanziert durch Fremdmittel.

Stand: Bewilligung eines Projektes im Ökolandbau. Der Beginn verzögert sich aufgrund der aktuellen Corona-Situation sowie der politischen Lage in Belarus. 
Niederlande

Hintergrund: Zwischen Einrichtungen der Niederlande und Sachsen-Anhalts bestehen diverse Kontakte und Initiativen für einen Austausch im Hochwasserschutz. Zur Fortführung dieser Aktivi-täten ist für März 2021 ein Deutsch-Niederländischer Workshop „Von der Hochwasservorhersage zum notfallmäßigen Hochwasserschutz“ in Magdeburg geplant. Dabei steht der operative Hochwasserschutz im Fall eines Hochwasserereignisses im Vordergrund. 

Ziel: Ziel des Workshops ist es, Wissenschaft, Verwaltung und Praxis aus den Niederlanden und Deutschland im Bereich Hochwasservorhersage, Krisenmanagement und Ersthelfer zusammen-zubringen. Es geht um Fragen, wie: „Welche Informationen kann eine Hochwasservorhersage bringen?“ und „Welche Informationen sind für das Krisenmanagement und die Ersthelfer notwen-dig?“ Das dadurch aufgebaute Netzwerk soll dazu dienen, Wissen, Erfahrungen, Daten und Ideen aus-zutauschen, voneinander zu lernen und möglicherweise gemeinsame zukünftige Kooperationen zu etablieren. Eine turnusmäßige Durchführung des Workshops (z. B. ein- oder zweijährig) im Wechsel Deutschland-Niederlande wird angestrebt.

Konkrete Partner in den Niederlanden sind z.B. WasterSchap Rivierenland, Deltares, Rijkswaterstaat, in Sachsen-Anhalt der Landesbetrieb für Hochwasserschutz und Wasserwirtschaft (LHW), die Hochwasservorhersagezentrale und das MULE.

Stand: Letter of intent der Zusammenarbeit in Bearbeitung, Planung des Workshops. 

Centre-Val de Loire (Frankreich)
Hintergrund: Zur Region Centre in Frankreich liegt in Sachsen-Anhalt eine langjährige Regionalpartnerschaft vor. Eine Möglichkeit der Zusammenarbeit besteht zwischen dem Landesbetrieb für Hochwasserschutz und Wasserwirtschaft des Landes Sachsen-Anhalt (LHW) und dem Etablissement Public Loire in Orleans, der Hauptstadt der Region. Im Jahr 2015 fand ein erster Austausch im Themenbereich Hochwasserschutz statt. Beim Folgetreffen 2017 wurde eine Vereinbarung über die Zusammenarbeit unterzeichnet. Es wurden Treffen in zweijährigem Turnus durchgeführt. Aufgrund personeller Engpässe ist die Zusammenarbeit unterbrochen. 

Ziel: Aufrechterhalten des für das Land Sachsen-Anhalt wichtigen Austauschs im Bereich Hochwasserschutz und mit konkreten Projekten zu füllen, bestenfalls über gemeinsame Projektanträge, z.B. auch in Kooperation mit der Hochschule Magdeburg-Stendal.

Stand: Interesse an weiterer Zusammenarbeit in Centre liegt vor. Der Letter of intent wurde überarbeitet, Planung gemeinsamer Aktivitäten, u.a. Einbindung in Austausch mit der Niederlande. 
Valencia (Spanien)
Hintergrund: Zwischen Sachsen-Anhalt und der Region Valencia wurden im Dezember 2009 über eine gemeinsame Erklärung über die Zusammenarbeit unter anderem Kooperationen im Umweltbereich vereinbart. Seitdem bestehen langjährige Kooperationen in europäischen Projekten und auch seitens der Staatskanzlei, die jedoch einer Intensivierung bedürfen. Sehr gute Kontakte bestehen nach wie vor zur Polytechnischen Universität in Valencia. 

Ziele: Das aktuelle Ziel ist es zu prüfen, ob eine von der Polytechnischen Universität Valencia entwickelte digitale Plattform für das integrale Management von CO2-Emissionen auf regionaler, lokaler und sektoraler Ebene wissenschaftlich und technisch für Sachsen-Anhalt anwendbar ist und auch auf Teile des Monitorings des Klima- und Energiekonzeptes (KEK) des Landes angewendet werden kann. Ziel sollte möglichst die Umsetzung der Stufe 1 der Digitalisierung in Sachsen-Anhalt sein (fortgeschrittenes integrales Datenmanagement auf der Grundlage einer Korrektur der Hochrechnung der nationalen Inventare auf der Grundlage allgemeiner Daten über sektorale Aktivitäten, die von den Kommunen oder Regionen abgerufen werden).
Mittelfristiges Ziel ist es, die Chancen auf Drittmitteleinwerbung durch die Kooperation zu erhöhen, zum Beispiel durch eine erneute Bewerbung bei der Europäischen Klimainitiative EUKI. Daran soll sich eine Erweiterung der digitalen Plattform auf die Stufe 2 der Digitalisierung anschließen (Online-Daten auf Basis direkter Datenquellen und Sensoren). Es ist geplant, a) eine digitale Plattform langfristig zur Ergänzung der Bilanzierung von THG-Emissionen insbesondere im kommunalen Bereich, und b) zur Integration in KEK-Maßnahmen zu nutzen, um die Entscheidungsfindung zur THG-Reduktion zu verbessern.
Zudem soll geprüft werden, inwiefern im Rahmen der bestehenden Kooperationsvereinbarung ein gemeinsamer Austausch über ein bilaterales Treffen zwischen VertreterInnen aus Sachsen-Anhalt und Valencia im Bereich Digitalisierung, Energie- und Ressourceneffizienz neue Möglichkeiten der Zusammenarbeit erschließen könnte. Sofern dies der Fall ist soll der Austausch unterstützend durch das Projekt IdeenFarm initiiert und organisiert werden. Ziel ist der Austausch von Wissen auf der wirtschaftlichen, wissenschaftlichen und politischen Ebene, und die anschließende Initiierung gemeinsamer Projekte. 

Stand: Einreichung einer Projektskizze in der Europäischen Klimaschutzinitiative EUKI im Februar 2020 (im Juni 2020 abgelehnt). Prüfung weiterer Fördermöglichkeiten. Derzeit Erarbeitung der Grundlagen für das Erreichen der Stufe 1 der digitalen Plattform über das Kooperationsvorhaben „Climate+Energy Governance - Initial Phase 2020".